An dieser Stelle finden Sie wichtige News, die für das bremische Musikleben von Bedeutung sind. Die Meldungen werden regelmäßig aktualisiert – schauen Sie also gern öfter mal vorbei!
15. September 2026Der Landesmusikrat Bremen trauert um Heidi Diederich
Foto: Frank Pusch
Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer nimmt der Landesmusikrat Bremen Abschied von Heidi Diederich, die am 10. September verstorben ist.
Über viele Jahre war sie das Gesicht unserer Geschäftsstelle. Mit großer Hingabe engagierte sie sich für den – in dieser Zeit noch ehrenamtlich geführten – Dachverband der Musik. Auch ihr unermüdlicher Einsatz für den Europäischen Klavierwettbewerb Bremen war geprägt von großer persönlichen Verbundenheit.
Humorvoll, resolut und mit viel Herzblut hat sie an der Seite von Prof. Ernst Folz, der bis 2021 der Vorsitzender des Landesmusikrates war, die Geschicke des Vereins gelenkt. Wir sind dankbar für alles, was sie für unseren Verein geleistet hat.
Der Landesmusikrat Bremen und seine Mitglieder werden Heidi Diederich in ehrendem Gedenken halten. Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie und allen Menschen, die ihr nahestanden.
31. August 2026Konferenz der Landesmusikräte trauert um ihre Vorsitzende Prof. Dr. Christine Siegert
Foto: Thomas Ahrendt, Sudio157 Köln
Mit großer Bestürzung hat die Konferenz der Landesmusikräte vom viel zu frühen, krankheitsbedingten Tod ihrer Vorsitzenden Prof. Dr. Christine Siegert erfahren, die am 3. August 2026 im Alter von nur 55 Jahren von uns gegangen ist. Uns erfüllt es mit großer Trauer, diese außergewöhnliche Person, die ihr Leben der Wissenschaft gewidmet hat, nicht mehr unter uns zu wissen. Ihre klugen Ratschläge und ihre kritisch-reflektierten Beobachtungen werden uns fehlen.
Die Musikwissenschaftlerin, Hochschulprofessorin und Leiterin des Bonner Beethoven-Archivs Christine Siegert wurde im August 2023 zusätzlich zu weiteren herausfordernden Ehrenämtern zur Präsidentin des Landesmusikrates Nordrhein-Westfalen gewählt und war im Herbst 2024 bereit, den Vorsitz der Konferenz der Landesmusikräte (KdLMR)zu übernehmen. So kam für sie eine weitere fordernde Verpflichtung und Verantwortung hinzu.
Denn in dieser neuen Funktion übernahm sie weitere Aufgaben. So die Mitwirkung im Präsidium des Deutschen Musikrates (DMR) e.V., wo Christine Siegert für die Belange der KdLMR eintrat, die Arbeit im Bundesfachausschuss Musikforschung der DMR e.V. sowie im Beirat des Deutschen Musikinformationszentrums (miz) der DMR gGmbH. Weiterhin wirkte sie in der Bund-Länderkonferenz Jugend musiziert mit, die die Zusammenarbeit mit der Länderkonferenz und dem Projektbeirat Jugend musiziert, dem DMR e.V. und der DMR gGmbH koordiniert.
Wir werden ihr bei der nächsten Konferenz der Landesmusikräte am 24. und 25. September 2026 in Karlsruhe-Durlach für ihre tatkräftige integrierende Arbeit danken und ihr in angemessener Form gedenken. Es wird schwer für uns sein, sie zu ersetzen. Sie bleibt für immer in unseren Herzen.
Halle (Saale), im August 2026
Prof. Dr. Jutta Schnitzer-Ungefug (Präsidentin des Landesmusikrates Sachsen-Anhalt, stellvertretende Vorsitzende der Konferenz der Landesmusikräte)
29. Juli 2026Projekmittelverfahren 2027 beim Senator für Kultur
Foto: Landesmusikrat Bremen
In Kürze beginnt wieder das allgemeine Verfahren zur Vergabe der Projektmittel für das Kalenderjahr 2027 beim Senator für Kultur. Das zentrale Ziel der Projektförderung ist die künstlerische und kulturelle Profilierung Bremens in den verschiedenen Sparten. Dabei werden insbesondere freie professionelle und nicht-institutionsgebundene Künstler:innen in den Blick genommen. Die Antragstellung ist möglich vom 1. bis 30. September 2026 (18:00 Uhr).
Es können in diesem Jahr Anträge für 2027 sowie für eine 3-jährige Ensembleförderung (2027 bis 2029) gestellt werden. Darüber hinaus ist es möglich, bereits Anträge für 2028 zu stellen, wenn mit diesen die Absicht erklärt wird, zusätzliche Drittmittel einzuwerben (eine ggfs. bewilligte Vormerkung für 2028 erlischt, wenn keine Drittmittel eingeworben werden können).
Informationen zu den Antragsvoraussetzungen und zur Antragstellung können der Website des Senators für Kultur sowie den FAQs zum Projektmittelverfahren entnommen werden. Die Anträge müssen über das digitale Portal gestellt werden. Zur fairen Honorierung oder Entlohnung wird auf die veröffentlichten Konzepte zu den Honorarempfehlungen der Verbände verwiesen. Bitte beachten Sie auch die Musterformulare und Vorlagen. Bei Fragen stehen Ihnen Agnieszka Kotlowska und Tabea Nicolaysen unter der E-Mail-Adresse projektmittel@kultur.bremen.de mit Rat und Tat zur Seite.
27. Juli 2026Ausschreibung für Jugend musiziert 2027 ist veröffentlicht!
Neues Jahr, neues Glück – es geht wieder los! Ab 1. Oktober können sich junge Musiktalente in zahlreichen Solo- und Ensemblekategorien für Jugend musiziert 2027 anmelden. Die drei Regionalwettbewerbe Bremen-Mitte, Bremen-Nord und Bremerhaven, die im Februar 2026 durchgeführt werden, bilden damit die erste Stufe des größten deutschen Musikwettbewerbs für Kinder und Jugendliche. Erfolgt im Regionalwettbewerb eine Weiterleitung zum Landeswettbewerb bekommen die Musiker:innen Anfang März die Gelegenheit, ihr Können erneut den Fach-Jurys vorzustellen.
Was ist neu?
Die Ausschreibungstexte wurden überarbeitet, gekürzt und einige Inhalte umgestellt. Das Dokument ist nun um einiges kürzer und leichter zu lesen.
Es gibt eine neue Kategorie: Offene Kategorie Populäre Stile: Band Die Kategorie Bass (Pop) entfällt dafür. Über zukünftige Kategorien im Bereich der populären Stile wird nach Abschluss des Wettbewerbs 2027 entschieden.
Es gibt ab sofort keine Altersgruppe VII mehr. Dafür starten alle Gesangskategorien und Orgel ab AG I.
Die im letzten Jahr eingeführte Regelung für die Qualifizierung von Landespreisträger:innen zur Teilnahme am Bundeswettbewerb (ab AG III mit 25 Punkten (Solokategorien) bzw. 24 und 25 Punkten (Ensemblekategorien)) bleibt weiterhin bestehen.
Also, Ausschreibung studieren, Programm vorbereiten und vom 1. Oktober bis 15. November 2026 online unter https://www.jugend-musiziert.org anmelden!
Ensemble Klavier vier- bis achthändig oder an zwei Klavieren Duo: Klavier und ein Streichinstrument (Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass) Duo Kunstlied: Singstimme und Klavier Schlagzeug-Ensemble (2–6 Musizierende: nur Schlagzeug) Besondere Besetzungen: Werke der Klassik, Romantik, Spätromantik und des Impressionismus (3–13 Musizierende) NEU: Offene Kategorie Populäre Stile: Band (2–6 Musizierende)
Jumu Open (ab Landeswettbewerb): Solo oder Ensemble Jugend musiziert will Räume öffnen für eine neue Mischung oder eine neue Einheit von Improvisation, Komposition und Interpretation. Für neue Blicke auf Altes, für eine Mischung aus Stilen, Genres und Herkünften, für eine Anreicherung durch andere Künste, etwa durch Wort, Licht, Szene, Film, Tanz. All dies soll möglich sein bei Jumu open. Nicht alle Bundesländer richten Jumu open aus, es dürfen aber Bewerber:innen aus allen Bundesländern teilnehmen. Die Anmeldung zu Jumu open erfolgt zunächst bei dem Landeswettbewerb, der sich nach dem Wohnsitz der Teilnehmenden richtet. Landeswettbewerbe, die Jumu open nicht ausspielen, leiten die Anmeldungen dann an einen der ausführenden Landeswettbewerbe weiter, der an einem für die Teilnehmenden nahegelegenen Ort stattfindet.
Offene Kammermusik (auf Regional- und Landesebene): Mit dieser sehr offen gestalteten Kategorie möchte Jugend musiziert Teilnehmende dazu einladen, in einer kammermusikalischen Besetzung teilzunehmen. Zugelassen sind Besetzungen mit 2 bis 13 Musizierenden. Alle Instrumente und Gesang in beliebiger Besetzung (außer elektronische Instrumente und Drum-Set). Die Teilnahme erfolgt auf Regional- und, im Falle einer Weiterleitung, ab AG II auf Landesebene. Die Kategorie wird nicht auf Bundesebene ausgetragen. Die genauen Anforderungen sind in der Ausschreibung zu finden.
7. Juli 2026Amateurmusikfonds – neue Antragsphase gestartet
Orchesterfestival Bremen und Bremerhaven 2024, Foto: Magdalena Stengel
Der Amateurmusikfonds des Bundesmusikverbands Chor und Orchester (BMCO) geht in die vierte Runde: Ab sofort können Chöre, Orchester, Bands, Musikvereine und -verbände wieder Förderanträge stellen. Wir empfehlen allen bremischen Akteur:innen, die in diesen oder in angrenzenden Bereichen tätig sind, sich das Förderprogramm genauer anzusehen, (Kooperations-)Ideen zu entwickeln und ggfs. Anträge zu stellen.
Wichtig dabei ist: Die Projektidee sollte möglichst gut ausgeführt werden, damit die Jury sich ein konkretes Bild von dem geplanten Projekt machen kann. Besondere Aspekte und Innovationen sollten hervorgehoben werden, damit sich der Antrag von „der Masse“ abhebt. Bei inhaltlichen Fragen kann vorab die telefonische Beratungshotline des BMCO genutzt werden.
Über den Amateurmusikfonds: Der Fonds unterstützt Projekte, die neue Impulse setzen, Strukturen stärken und die Zukunftsfähigkeit der Amateurmusik sichern. Gefördert werden unter anderem innovative künstlerische Vorhaben, neue Ideen zur Nachwuchsgewinnung und Vereinsentwicklung sowie zu Kooperationen über Genregrenzen hinweg. Der Amateurmusikfonds wird aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert und trotz angespannter Haushaltslage fortgeführt. Er trägt der großen gesellschaftlichen und kulturellen Bedeutung der Amateurmusik Rechnung und unterstützt deren nachhaltige Entwicklung. Der Fonds besteht seit 2022 und schließt seitdem in der Kulturförderung die Lücke zu den bestehenden Bundeskulturfonds, aus denen die Amateurmusik vorher explizit ausgeschlossen war.
Antragsberechtigung: Für die Projektförderung antragsberechtigt sind gemeinnützige, aktive Amateurmusikensembles, Kirchengemeinden oder Bands sowie andere Organisationen der Amateurmusik.
Förderhöhe: Je nach Reichweite – lokale Projekte 2.500–7.000 Euro, überregionale Projekte mit besonderen Antragsvoraussetzungen 10.000–40.000 Euro, Zukunftswerkstatt bis zu 3.000 Euro
Projektlaufzeit: ab 1. Januar 2027 und bis maximal 31. Dezember 2027
Schwerpunkte: Nachwuchsgewinnung und Ensembleneugründung, Ensemble- und Verbandsentwicklung, genreübergreifende Kooperationen und kreative Projekte, Coachings und Zukunftswerkstätten
Hotline: +49 (0)30 60 98 07 81 – 35 Telefonzeiten: Montag bis Freitag von 9:00 bis 14:30 Uhr / ab September zusätzlich Montag und Mittwoch bis 18:00 Uhr
Der pyramidale Wettbewerb Jugend musiziert 2026 ist erfolgreich zu Ende gegangen. Mehr als 100 Kinder und Jugendliche hatten sich im Februar 2026 mit ihren Programmen in verschiedenen Wertungskategorien und Altersklassen vor den Jurys der drei Regionalwettbewerbe in Bremerhaven, in Bremen-Mitte und in Bremen-Nord präsentiert. 51 von ihnen zeigten am Samstag, den 7. März 2025, erneut ihr Talent im Rahmen des Landeswettbewerbs Jugend musiziert Bremen.
Für zwölf Teilnehmende ging die Jugend-musiziert-Reise weiter nach München und Regensburg. Sie erspielten sich beim Landeswettbewerb die begehrten Weiterleitungen zum Bundeswettbewerb und konnten sich vom 21. bis zum 31. Mai 2026 mit sehr guten Ergebnissen präsentieren. Ein Teilnehmer erhielt mit 22 Punkten einen Zweiten Bundespreis, sieben Jugendliche dürfen sich über Dritte Bundespreise freuen. Wir gratulieren allen jungen Musiker:innen, die das Land Bremen beim Bundeswettbewerb vertreten haben, zu ihren großartigen Leistungen. Herzlichen Glückwunsch!
Ergebnisse der Teilnehmer:innen aus dem Land Bremen beim Bundeswettbewerb vom 21.-31. Mai 2026 in München und Regensburg
Klavier, AG VI Lukas Henkensiefken, Bremen 22 Punkte, 2. Bundespreis
Kammermusik für Streichinstrumente (gemischte Besetzungen), AG III Maya Anna Violette Bockenheimer, Violine, Bremen & Juhan Oh, Violoncello, Bremen 20 Punkte, 3. Bundespreis
Kammermusik für Blasinstrumente (gemischte Blechblasinstrumente), AG V Tobias Schrader, Trompete, Bremen, Philipp Keimel, Trompete, Bremen, Elisabeth Marlene Lucas, Flügelhorn, Bremen, Elisabeth Schrader, Posaune, Bremen & Pedro Miguel Waterböhr, Tuba, Bremen 20 Punkte, 3. Bundespreis
Drum-Set (Pop), AG V Ben Fiete Meyerdierks, Bremen 19 Punkte, mit sehr gutem Erfolg teilgenommen
Kammermusik für Streichinstrumente (gemischte Besetzungen), AG III Anouk Sophie Ladda, Violine, Bremen, Philine Cortés Freier, Violine, Bremen & Amanda Cortés Freier, Violoncello, Bremen 18 Punkte, mit sehr gutem Erfolg teilgenommen
Vielen Dank allen Unterstützer:innen und Sponsor:innen des diesjährigen Durchgangs, den Regionalausschüssen, dem Landesausschuss und den vielen ehrenamtlichen Helfer:innen – ohne sie alle wäre dieser große pyramidale Wettbewerb Jugend musiziert nicht denkbar: Die Sparkasse Bremen, Senator für Kultur der Freien Hansestadt Bremen, Willy Lamotte Stiftung, Irene und Ernst Atermann Stiftung, Musikschule Bremen, Jugendmusikschule Bremerhaven u.v.m.
20. Mai 2026Erfolgreiche Teilnahme bei der Bundesbegegnung Jugend jazzt
21. Bundesbegegnung Jugend jazzt, Halle (Saale), 14.-17. Mai 2026, Bremer Band NICHT GANZ STANDARD mit Prof. Marko Lackner (Vorsitz Jury) und Prof. Lydia Grün (Deutscher Musikrat), Foto: Falk Wenzel / DMR
NICHT GANZ STANDARD – der Name ist Programm! Die Band, die sich aus der Musik-AG der Bremer Oberschule am Leibnizplatz heraus gegründet hat, spielte sich in Halle (Saale) in die Herzen von Jury und Publikum und hat das Land Bremen bei der 21. Bundesbegegnung Jugend jazzt gebührend vertreten. Wir gratulieren zur erfolgreichen Teilnahme und zum Workshop-Preis der Deutschen Jazzunion. Die Auszeichnung umfasst ein individuell gestaltbares Coaching und soll die künstlerische Weiterentwicklung des Ensembles nachhaltig unterstützen. Herzlichen Glückwunsch!
Aus der Pressemitteilung der Deutschen Jazzunion:
“Gegründet als schulische Musik-AG entwickelte sich das siebenköpfige Ensemble zu einer vielseitigen Jazzband mit eigenem Profil und interpretiert bekannte Jazzstandards auf frische und kreative Weise. Prägend für ihren Sound ist dabei das kollektive Zusammenspiel. So wechseln die Musiker:innen zwischen Gesang, Klavier, Bass und Gitarre und schaffen einen lebendigen Austausch. Gesungene Themen, improvisierte Soli und ein spielerischer Umgang mit den Traditionen des Jazz verleihen der Band ihren besonderen Charakter. [….] Mit dem Förderpreis zeichnet die Deutsche Jazzunion seit 2010 jährlich besonders herausragende Nachwuchskünstler:innen aus Jazz und Improvisierter Musik aus. Im Mittelpunkt stehen dabei musikalische Qualität, kollektives Zusammenspiel, kreative Eigenständigkeit und das Engagement junger Musiker:innen für die Szene. Ausgezeichnet werden ausschließlich Teilnehmer:innen der Bundesbegegnung Jugend jazzt.”
Jugend jazzt ist der große Nachwuchsförderwettbewerb des Deutschen Musikrates für angehende Jazzmusiker:innen.Der Bundesbegegnung geht alle zwei Jahre eine Landesbegegnung voraus.Im Land Bremen wird die Veranstaltung von der Musikerinitiative Bremen organisiert und umgesetzt. Träger des Formates ist der Landesmusikrat Bremen.
15. Mai 2026Bremen ist vielstimmig! Mission Statement der bremischen Musikszene für Vielfalt und Demokratie
Die Mitgliederversammlung des Landesmusikrates Bremen e. V. hat am 13. Mai 2026 folgendes Mission Statement verabschiedet, mit dem die bremische Musikszene ein sichtbares Zeichen für Vielfalt und Demokratie setzt. Wir rufen dazu auf, sich diesem Statement anzuschließen.
Bremen ist vielstimmig! Mission Statement der bremischen Musikszene für Vielfalt und Demokratie
Der Landesmusikrat Bremen als Stimme des bremischen Musiklebens bekennt sich grundsätzlich und vorbehaltlos zur demokratisch-freiheitlichen Grundordnung.
Die Musikszene in Bremen und Bremerhaven ist vielfältig, lebendig und widersprüchlich. In ihr begegnen sich unterschiedliche ästhetische Sprachen, kulturelle Hintergründe, Generationen und gesellschaftliche Perspektiven. Ihr Denken und Handeln basiert auf den im Grundgesetz und in der Bremischen Verfassung verankerten Prinzipien der Unantastbarkeit der Menschenwürde, der Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz sowie der Freiheit von Kunst und Meinung.
Musik schafft Räume, in denen Menschen einander zuhören, Unterschiede aushalten und Gemeinsamkeiten entdecken. Sie gibt Freiheit zur künstlerischen Reflexion über Haltungen, Ideen und Erfahrungen. In Ensembles, Chören, Bands, Orchestern, in Spielstätten, auf Festivals und in Clubs, in musikalischer (Aus-)Bildung und in Projekten werden demokratische Prinzipien konkret: Beteiligung, Aushandlung, Verantwortung und Respekt. Diese Begegnungsräume sind für eine offene Gesellschaft unverzichtbar.
Wir verpflichten uns, diese demokratische Kultur aktiv zu stärken und zu schützen. Wir treten jeder Form von Ausgrenzung, Herabwürdigung und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entgegen. Wir fördern die gleichberechtigte Teilhabe am Musikleben, gestalten unsere eigenen Entscheidungsprozesse transparent und dialogorientiert und beziehen unterschiedliche Perspektiven in unsere Arbeit ein. Wo Menschen bislang nicht selbstverständlich Zugang finden oder repräsentiert sind, sehen wir es als unsere Aufgabe, Strukturen weiterzuentwickeln. Wir werden uns öffentlich positionieren, wenn Menschenwürde, Pluralität oder die Freiheit von Kunst und Meinung relativiert oder in Frage gestellt werden. So wie wir uns selbst verpflichten, so wünschen wir uns diese Maßstäbe generell als Grundlage institutionellen und staatlichen Handelns und sehen sie als konstituierend für eine demokratische Gesellschaft.
Mit diesem Mission Statement bekräftigen wir als Gemeinschaft vieler tausend musizierender Menschen im Land Bremen, dass wir nicht schweigend zusehen, wenn die humanistisch-freiheitliche Basis unserer Gesellschaft in Gefahr gerät. Als bremische Musikszene stehen wir für Demokratie. Wir beziehen Haltung – klar, öffentlich und gemeinsam.
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Dieser Text darf sehr gern geteilt werden. Es sind bereits Materialen zur öffentlichen Verwendung in verschiedenen Formaten erstellt worden. Diese können für Websites, Social Media, E-Mails oder Printprodukte genutzt werden. Bitte senden Sie eine kurze Nachricht an info@landesmusikrat-bremen.de, wenn Sie Zugang zu den Materialien erhalten möchten.
Darüber hinaus weisen wir auch auf eine ähnliche Kampagne vom Landesverband Stadtkultur Bremen e.V. hin. Die dort im Rahmen der Initiative „Für Kunstfreiheit und Demokratie“ entstandenen Logo-Buttons setzen ein visuelles Zeichen und passen inhaltlich gut zu unserem Statement. Auch dieses Material kann für den eigenen Gebrauch gern verwendet werden.
14. April 2026Mitgliederversammlung am 13. Mai um 19:00 Uhr
Mitgliederversammlung des LMR Bremen am 7. Mai 2025, Foto: Kristin Niemann
Am Mittwoch, 13. Mai 2026 um 19:00 Uhr findet die jährliche Mitgliederversammlung des Landesmusikrates Bremen in der Handwerkskammer Bremen statt.
Weitere Informationen erhalten Sie unter info@landesmusikrat-bremen.de oder 0421 705 999. Um Anmeldung zur Versammlung wird gebeten.
Im Rahmen der Versammlung ist ein Austausch mit demLandessportbund Bremen vorgesehen. Gegenstand sind strukturelle Parallelen zwischen Musik und Sport, insbesondere in den Bereichen Ehrenamt, schulischer Ganztag, Breiten- und Spitzenförderung, Umgang mit dem Herrenberg-Urteil sowie Nutzung öffentlicher Räume. Wir wollen Erfahrungen teilen und von etablierten Strukturen im Sport lernen.
Darüber hinaus wird der Entwurf „Bremen ist vielstimmig – Mission Statement der bremischen Musikszene für Vielfalt und Demokratie“ zur Diskussion gestellt.
Im Anschluss an den vereinsrechtlichen Teil der Versammlung besteht Gelegenheit zum fachlichen und informellen Austausch.
Wir freuen uns, Sie bei der kommenden Mitgliederversammlung zu sehen!
27. März 2026„Verfassungsschutz kein geeignetes Mittel der Kunstförderung“
Gemeinsame Presseerklärung der Kulturministeri:nnen und Kultursenator:innen von Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen Rheinland-Pfalz und Saarland:
27.03.2026
Am Rande der heutigen Sitzung (27. März 2026) der Kulturministerkonferenz haben die Kulturministerinnen und -minister sowie die Kultursenatorinnen und -senatoren von Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen Rheinland-Pfalz und Saarland den Beschluss der Ministerkonferenz vom 13. März 2019 bekräftigt, in dem alle Länder die Freiheit der Kunst als einen „Gradmesser gesellschaftlicher und demokratischer Freiheit“ ausgezeichnet und sich zugleich dazu bekannt haben, „diese Freiheiten zu schützen und zu einem Maßstab ihrer Kulturpolitik zu machen“.
Nach gemeinsamer Auffassung der genannten Länder haben Förderentscheidungen transparenten künstlerischen Qualitätskriterien zu folgen. Um dies zu gewährleisten, empfehlen sie öffentliche Förderrichtlinien und unabhängige Jurys, die auf dieser Grundlage die Förderwürdigkeit einzelner Projekte im Lichte der Freiheiten unserer Verfassungsordnung bewerten. So wird sichergestellt, dass die staatliche Kulturverwaltung nicht inhaltlich auf die konkreten Projekte oder die Förderentscheidungen Einfluss nimmt.
Die Kulturministerinnen und -minister sowie die Kultursenatorinnen und -senatoren der genannten Länder sind überzeugt, dass eine Überprüfung einzelner Juryentscheidungen durch den Verfassungsschutz kein geeignetes Mittel der Kunstförderung ist. Sie sind sich einig, dass sich die freiheitlich-demokratische Grundordnung am besten durch eine möglichst breite Gewährleistung ihrer Freiheiten auch in der staatlichen Förderpraxis verteidigen lässt.
Bürgermeister und Kultursenator Dr. Andreas Bovenschulte: „Wir leben in einem Rechtsstaat, und es ist ein schmaler Grat zwischen Meinungsfreiheit und Zensur. Der Schutz der Kunstfreiheit ist ein verfassungsrechtliches hohes Gut, welches es entschieden zu schützen gilt. Es ist mir wichtig, dies auf übergreifender Länderebene erneut zu bekräftigen.“