An dieser Stelle finden Sie wichtige News, die für das bremische Musikleben von Bedeutung sind. Die Meldungen werden regelmäßig aktualisiert – schauen Sie also gern öfter mal vorbei!
12. März 2026Landeswettbewerb Jugend musiziert erfolgreich zu Ende gegangen
Die Begeisterung der jungen Musiker:innen, das Lächeln in den Gesichtern nach einem erfolgreichen Wertungsspiel, Aufregung, Stolz und Emotionalität – all das gehört zum Wettbewerb Jugend musiziert. Nach den im Februar abgeschlossenen Regionalwettbewerben des 63. Wettbewerbs in Bremen-Mitte, Bremen-Nord und Bremerhaven war genau das am Samstag, 7. März beim Landeswettbewerb in der Musikschule Bremen erneut zu erleben.
Vor den Augen der fachkundigen Jurys stellten sich 51 Teilnehmer:innen aus Bremen und Bremerhaven mit ihren Programmen vor. Die Kinder und Jugendlichen erspielten sich in den Kategorien Klavier solo, Gesang solo, Drum-Set (Pop), Blechbläser-, Holzbläser- und Streicher-Ensemble
32 Erste Preise (in 17 Wertungen) 15 Zweite Preise (in 14 Wertungen) 4 Dritte Preise (in 4 Wertungen).
Herzlichen Glückwunsch zu diesen großartigen Ergebnissen!
Zwölf Teilnehmer:innen vertreten das Land Bremen beim Bundeswettbewerb:
Lukas Henkensiefken – Klavier solo Ben Fiete Meyerdierks – Drum-Set (Pop) solo Anouk Sophie Ladda – Violine, Philine Cortés Freier – Violine und Amanda Cortés Freier -Violoncello Kammermusik für Streichinstrumente (gemischte Besetzungen) Maya Anna Violette Bockenheimer – Violine, Juhan Oh – Violoncello Kammermusik für Streichinstrumente (gemischte Besetzungen) Tobias Schrader – Trompete, Philipp Keimel – Trompete, Elisabeth Marlene Lucas – Flügelhorn, Elisabeth Schrader – Posaune, Pedro Miguel Waterböhr – Tuba Kammermusik für Blasinstrumente (gemischte Blechblasinstrumente)
Wir wünschen allen weitergeleiteten Preisträger:innen vom 21.-31. Mai 2026 viel Erfolg beim Bundeswettbewerb in München und Regensburg!
Am Mittwoch, den 11. März, um 19:30 Uhr stellten die Ersten Preisträger:innen noch einmal im gemeinsamen Konzert im Sendesaal Bremen ihr musikalisches Können unter Beweis. In diesem Rahmen wurden auch die Urkunden und Preise übergeben.
2. März 2026Mitmachen beim Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit 2026: Jetzt bewerben!
Lageplan, Tag der Deutschen Einheit Bremen 2026
Bremen richtet in diesem Jahr die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit aus. VIELE STÄRKEN – EIN LAND, unter diesem Motto präsentiert sich das Bundesland Bremen mit seinen Städten Bremen und Bremerhaven in der Zeit vom 2. bis zum 4. Oktober. Rund 400.000 Besucherinnen und Besucher werden zum großen Bürgerfest in der Bremer Innenstadt erwartet.
Das Festgelände mit Bühnen, Themenmeilen und vielem mehr erstreckt sich über den gesamten Innenstadtbereich und reicht weiter über den Osterdeich bis zum Weserstadion.
Im Rahmen des Bürgerfestes präsentieren sich auch die Gastgeber Bremen und Bremerhaven auf dem Altenwall als offene, vielfältige und engagierte Städte. Das Fest bietet eine einzigartige Plattform, um die bunte Stadtgesellschaft, ehrenamtliches Engagement sowie kreative und innovative Initiativen sichtbar zu machen.
Künstler:innen gesucht Kulturschaffende aus Bremen und Bremerhaven sind eingeladen, das Programm auf den Bühnen mitzugestalten. Ob Musik, Tanz, Theater oder andere kreative Beiträge – Bewerbungen für einen Auftritt sind noch bis Ende April möglich. Es wird mehrere Bühnen im Innenstadt-Bereich geben. Im Rahmen der Bewerbung sollten der technische wie auch der finanzielle Aufwand skizziert werden. Die Entscheidung über das kulturelle Programm wird voraussichtlich im Rahmen eines Jury-Verfahrens im Mai getroffen.
Hintergrund zum Tag der Deutschen Einheit Das Bundesland Bremen hat zum 1. November 2025 den Vorsitz im Bundesrat für ein Jahr übernommen. Der Vorsitz wechselt jährlich – in jedem Jahr hat ein anderes Bundesland den Vorsitz. Als Höhepunkt einer Ratspräsidentschaft darf das jeweilige Bundesland die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit ausrichten. Zuletzt waren die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit im Jahr 2010 in Bremen.
27. Februar 2026Landeswettbewerb Jugend musiziert und Preisträger:innenkonzert im Sendesaal
Nach den Regionalwettbewerben von Jugend musiziert findet am Samstag, den 7. März der Landeswettbewerb Bremen in der Musikschule Bremen statt. Es heißt also wieder: Daumen drücken für unsere jungen Talente! Die Wertungsspiele sind öffentlich, der Eintritt ist frei. Der Zeitplan ist auf der Website von Jugend musiziert zu finden.
Am Mittwoch, den 11. März um 19:30 Uhr sind im traditionellen Konzert der Landespreisträger:innen die Kinder und Jugendlichen noch einmal im Sendesaal Bremen zu erleben. Nicht verpassen! Auch hier ist der Eintritt frei, es ist aber nötig, über das Ticketsystems des Sendesaals Gratis-Zählkarten zu buchen.
Neben den Hauptförderern Senator für Kultur der Freien Hansestadt Bremen und Die Sparkasse Bremen wird Jugend musiziert in diesem Jahr von der Irene und Ernst Atermann Stiftung, der Willy Lamotte Stiftung, der Musikschule Bremen, der Jugendmusikschule Bremerhaven, dem Sendesaal Bremen, den Bremer Philharmonikern, der Hermann-Grevesmühl-Gesellschaft und vielen anderen unterstützt.
Ebenso danken wir den Regionalausschüssen und dem Landesausschuss, den vielen ehrenamtlichen Helfer:innen, Eltern und Lehrkräften sowie den Juror:innen!
Foto auf der Startseite: Jugend musiziert 2026, Preisträger:innenkonzert Regionalwettbewerb Bremen Mitte, Konzertsaal der Hochschule für Künste, Foto: Musikschule Bremen
23. Februar 2026JETZT ANMELDEN zum Bremer Chorfest & Landeschorwettbewerb 2026
Bremer Chorfest 2022, Foto: Magdalena Stengel
Bremer Chorfest & Landeschorwettbewerb vom 6.-8. November 2026
WIR BRINGEN BREMEN WIEDER ZUM SINGEN! Die bremische Chorszene ist groß, bunt und vielfältig – das wollen wir nach 2022 und 2024 erneut unter Beweis stellen und laden alle Chöre aus Bremen, Bremerhaven und umzu herzlich ein, sich für das Festival vom 6.-8. November 2026 zu bewerben. Wir haben das Anmeldeformular, die Ausschreibung und zahlreiche wichtige Infos inzwischen veröffentlicht. Schaut euch auf unserer Projektwebsite um, sprecht in euren Chören darüber und sendet uns den ausgefüllten Anmeldebogen bis spätestens 31. Mai 2026 zurück.
Mit Begegnungskonzerten, dem Landeschorwettbewerb (Samstag, 7. November) und einem Preisträger:innenkonzert (Abend des 7. November), Mitsingangeboten und weiteren Veranstaltungen zeigt sich Bremen drei Tage lang in seiner ganzen sängerischen Vielfalt.
Neu in diesem Jahr ist das Lokale Wettbewerbsformat. Hier können Chöre Wettbewerbsatmosphäre schnuppern, sich aber bewusst vorab gegen die Option der Weiterleitung zum Deutschen Chorwettbewerb entscheiden. Der Vorteil: ein anspruchsvolles Programm zu erarbeiten, es unter Wettbewerbsbedingungen vor der Jury zu präsentieren und ein wertvolles Feedback zu erhalten.
Mit dem CHORFEST wollen wir die Bremer Chorszene sicht- und hörbar machen, spannende Vokalmusik präsentieren und das Chorleben in seiner ganzen Vielfalt zum Klingen bringen. Das Festival wird vom Landesmusikrat Bremen wieder zusammen mit den Kooperationspartner:innen KreisChorVerband Bremen, Chorverband Niedersachsen-Bremen, Kulturkirche St. Stephani und Deutscher Tonkünstlerverband Bremen veranstaltet.
Ihr habt Fragen? Kein Problem, meldet euch einfach unter chortreffen@landesmusikrat-bremen.de.
18. Februar 2026Aufruf zur Teilnahme an der Studie „Wirtschaftliche Bedeutung von Amateurmusik“
Die bremische Amateurmusikszene ist gefragt!
Viele Menschen finanzieren Musikschule, Musikfreizeiten, Instrumente, Noten oder Equipment – für die Kinder, den eigenen Chor, die Band oder ein anderes musikalisches Hobby. All das sind Ausgaben, die für die Amateurmusik noch nicht wissenschaftlich untersucht wurden. Der Bundesmusikverband Chor & Orchester (BMCO) ruft dazu auf, an der bundesweiten Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung von Amateurmusik in Deutschland teilzunehmen. Im Befragungszeitraum von Januar bis März 2026 untersucht die Studie die individuellen Ausgaben im Rahmen der Amateurmusik.
Wir rufen dazu auf, mitzuhelfen, die Bedeutung von Chören, Orchestern, Bands, Musikvereine und der Amateurmusik allgemein sichtbarer zu machen und damit die Zukunft zu gestalten! Die Studie erfasst erstmals belastbare Zahlen zum wirtschaftlichen Mehrwert dieser riesigen musikalischen Szene.
Vielen Dank für die Unterstützung! Und gerne weitersagen…
16. Februar 2026Regionalwettbewerbe Jugend musiziert 2026 sind beendet
Die drei Regionalwettbewerbe von Jugend musiziert in Bremen-Mitte, Bremen-Nord und Bremerhaven sind erfolgreich über die Bühnen gegangen – wir gratulieren allen Kinder und Jugendlichen zu ihren tollen Erfolgen und sagen „Danke, dass ihr dabei wart“! Die Ergebnisse können auf der Website von Jugend musiziert nachgelesen werden. Allen jungen Musiker:innen, die eine Weiterleitung zum Landeswettbewerb erhalten haben, drücken wir schon jetzt fest die Daumen für ihre Wertungsspiele am Samstag, 7. März 2026 in der Musikschule Bremen.
Im Februar stehen mehrere Preisträger:innenkonzerte an, in denen sich die jungen Talente aus den Regionalwettbewerben nochmal präsentieren werden! Wir freuen uns auf spannende und vielfältige Programme, die die Vielfalt der Instrumente und Genres widerspiegeln.
Termine der Preisträger:innenkonzerte
Preisträger:innenkonzert Regionalwettbewerb Bremerhaven: Donnerstag, 19. Februar 2026, 17:00 Uhr im Historischen Museum Bremerhaven (An der Geeste)
Preisträger:innenkonzert Regionalwettbewerb Bremen-Nord: Sonntag, 22. Februar 2026 um 17:00 Uhr im Saal der Burg Blomendal (Auestraße 9A, 28779 Bremen)
Preisträger:innenkonzert Regionalwettbewerb Bremen-Mitte: Samstag, 28. Februar 2026 um 17:00 Uhr im Konzertsaal der Hochschule für Künste (Dechanatstraße 13-15, 28195 Bremen)
3. Februar 2026Ins Rampenlicht: Die Bremer Akkordeonszene
Akkordeonorchester „Die Bremer Stadtmusikanten“, Foto: Patric Leo
Es kann singen, seufzen, atmen, tanzen – das Akkordeon ist ein Instrument für alle Lebenslagen. Deswegen wurde es von den Landesmusikräten zum Instrument des Jahres 2026 gekürt und steht nun 365 Tage lang im Fokus.
Schon zu Beginn des Jahres haben verschiedene Medien aus Bremen und umzu die bremische Akkordeonszene in Augenschein genommen. Das freut uns sehr – werfen Sie doch mal einen Blick in die Beiträge!
Beitrag bei buten un binnen Das Orchester Die Bremer Stadtmusikanten e.V. durfte den lokalen Fernseh-Sender „buten un binnen“ (Radio Bremen) bei einer Probe begrüßen, daraus wurde ein spannender Beitrag erstellt. „Bremens größtes Akkordeonorchester scheut sich vor keinem Genre“ Hier geht es zum Beitrag
Bericht in der Kreiszeitung „Wenn der Balg den Ton angibt: Akkordeonorchester „Die Bremer Stadtmusikanten“ feiert Instrument des Jahres in Varrel“ (von Lars Warnecke) Hier geht es zum Bericht
Bericht im Weser Kurier „Zwei Bremer Musikerinnen verraten, warum sie das Akkordeon so lieben“ (von Stefan Loskant) Hier geht es zum Bericht
Wer sich von den mannigfaltigen Klängen des Instruments selbst überzeugen will, dem sei das Benefizkonzert zugunsten von UNICEF mit den Accordion Harmonists und dem Chor Chorona am Sonntag, 21. Juni im Gemeindesaal St. Paulians Herz gelegt.
Und auch auf einer anderen Ebene können wir in Bremen stolz sein: Schon Ende 2025 wurde Peter von Maydell, Professor für Interfacedesign an der Hochschule für Künste Bremen zusammen mit dem Designer Ingo Aurin mit dem German Design Award und dem NY Product Design Award für den Entwurf eines Kinderakkordeons im Auftrag der HOHNER Musikinstrumente GmbH ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch! Hier geht es zum Beitrag der HfK Bremen.
15. Dezember 2025Neue Ausschreibungsphase für Residenzen im Zentrum für Kunst gestartet
Zentrum für Kunst im Tabakquartier
Der Senator für Kultur schreibt für die Bereiche Theater, Tanz und Musik wieder einjährige Residenzen im Zentrum für Kunst für die Saison 2026/2027 aus. Entscheidendes Kriterium für die im ZfK produzierte und präsentierte Kunst ist die Professionalität der dort arbeitenden Künstler:innen und der gesellschaftliche Kontext ihrer Produktionen beziehungsweise Werke.
Auf drei Etagen und mit rund 5.500 Quadratmetern Fläche ist im Zentrum für Kunst im Tabakquartier in Bremen-Woltmershausen ein starkes, sichtbares Forum für Bremens Freie Kunstszene entstanden. Es umfasst zwei Säle, verschiedene Proberäume und Atelierarbeitsplätze, ein Audio-Aufnahmestudio, Räume für Begegnungen, Konzerte, Tanz- und Theaterproben Professionelle, freischaffende, in Bremen lebende und arbeitende Künstler:innen sind mit dieser Ausschreibung eingeladen, sich für einjährige Residenzen im Zentrum für Kunst zu bewerben. Mit seinen räumlichen und technischen Gegebenheiten schafft das Zentrum für Kunst die Voraussetzung für eine qualifizierte künstlerische Arbeit im darstellenden, im bildenden und im musikalischen Kunstbereich.
Antragsberechtigt sind alle Bremer freischaffenden und professionell arbeitenden (Einzel-) Künstler:innen oder Ensembles/Kollektive der o.g. Sparten. Die Residenzen verstehen sich als Förderung der hiesigen Ensembles und Einzelkünstler:innen und werden in Form von Stipendien kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Projekte der residierenden Ensembles/Kollektiven oder Einzelkünstler:innen können im Zentrum für Kunst geprobt und aufgeführt werden. Hierzu stehen Proberäume und Aufführungssäle zur Verfügung. Die Produktionen werden nach den Möglichkeiten des Hauses technisch und organisatorisch unterstützt (z.B. Öffentlichkeitsarbeit, Ticketing). Das Zentrum für Kunst unterstützt die Residenzen ferner mit kulturfachlichen Mitteln bei der Realisierung der Projekte.
1. Dezember 2025PopCamp 2026 – es geht wieder los!
Impressionen aus dem PopCamp 2018, HAIÓN, Foto: Stiehler-Ludewig
Bis zum 31. Januar 2026 können sich wieder Newcomer-Künstler:innen für das PopCamp – das High-Level-Förderprogramm des Deutschen Musikrats – bewerben. Jährlich werden fünf Künstler:innenprojekte aus ganz Deutschland in das Programm aufgenommen, die sich (regional) bereits einen Namen erarbeitet haben und ein ausgeprägtes Profil mitbringen. Die Bands und Solokünstler:innen werden auf dem Weg in die Professionalität begleitet und können neue Kontakte ins Musikbusiness knüpfen.
Wie läuft die Nominierung ab? Interessierte können sich von einem/einer der zahlreichen Nominator:innen fürs PopCamp vorschlagen lassen. Eine Liste der Nominierungsberechtigten Institutionen wie Landesmusikräte, Radiosender, Kultureinrichtungen, Musikwettbewerbe, Musikblogs etc. findet sich hier. Nach der Nominierung bekommen die Newcomer-Künstler:inenn eine Mail zum eigentlichen Registrierungsportal zugeschickt.
27. November 2025„MiKADO-Musik“-Studie: Existentieller Nachwuchsmangel an Musikschulen
Foto: Ulrike Bergmann-Seifert
Am 25. November wurde in Berlin und online die Studie „MiKADO-Musik“ (kurz für: „Mangel an Nachwuchs im Künstlerisch-Pädagogischen Bereich an Ausbildungsinstituten in Deutschland und Oesterreich“) vorgestellt. Gastgeber war der Deutsche Musikrat. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse erhalten Sie hier. Die Studie wird 2026 in der Online-Zeitschrift „üben & musizieren. research“ publiziert.
Zentrale Ergebnisse:
Bis 2035 gehen rund 14.700 Musikschulkräfte in den Ruhestand (Hochrechnung basierend auf aktuellen Zahlen des Verbands deutscher Musikschulen und des Deutschen Musikinformationszentrums).
Dem gegenüber stehen lediglich rund 4.000 Absolvent:innen der Instrumental- und Vokalpädagogik sowie der Elementaren Musikpädagogik.
Damit könnten in 10 Jahren etwa drei Viertel der freien Stellen nicht mit entsprechend qualifizierten Musikschullehrkräften besetzt werden.
Angesichts konstant steigender Nachfrage bedeutet dies, dass mindestens 500.000 Schüler:innen keinen Musikschulunterricht mehr bekommen können.
Die Gründe für den Nachwuchsmangel liegen in mehreren, sich gegenseitig verstärkenden Faktoren. Dazu gehören die strukturellen Bedingungen des Berufs wie eine häufig unzureichende Vergütung und anspruchsvolle Arbeitszeiten. Hinzu kommt eine teilweise negative öffentliche Wahrnehmung, die durch tradierte Abwertungen des Berufsbilds begünstigt wird. Auch persönliche Erwägungen spielen eine Rolle, etwa die Frage der beruflichen Identifikation, der Wunsch nach Sichtbarkeit oder das Bedürfnis nach größerer Autonomie.
Musikpolitische Forderungen:
Die „MiKADO-Musik“-Studie macht deutlich: Wenn nicht umgehend Maßnahmen für bessere Rahmenbedingungen des Berufsfelds Musikschullehrkraft geschaffen werden, droht eine flächendeckende Erosion der Musikalischen Bildung in Deutschland. Denn auch an allgemeinbildenden Schulen ist der Rückgang an qualifiziertem Musikunterricht alarmierend und kann zukünftig nicht mehr durch Musikschulprojekte aufgefangen werden. Daher fordert der Deutsche Musikrat gemeinsam mit dem Verband deutscher Musikschulen und der Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen:
Nachwuchsgewinnung durch Praktikums- und Mentoring-Programme sowie Ausweitung der studienvorbereitenden Ausbildungen an Musikschulen für potenzielle Studierende,
Ausweitung praxisorientierter Studienplätze musikpädagogischer Studiengänge, auf Basis deutlich verbesserter personeller Ausstattung und Rahmenbedingungen an Musikhochschulen,
Erweiterung des Kanons der Instrumente und Ensembles mit Blick auf gesellschaftliche Vielfalt,
die Förderung von regionalen Kooperationen zwischen Hochschulen und öffentlichen Musikschulen,
attraktive Arbeitsbedingungen an Musikschulen, sowie eine entsprechende Erhöhung der Budgets für die Umsetzung und bedarfsabhängige Lohnzuschüsse in strukturschwachen Regionen,
Förderprogramme für die Weiterqualifizierung von Musikschullehrenden, die Karrierepfade und Perspektiven eröffnen.
Zur Umsetzung: Einsetzung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Sicherung der außerschulischen Musikalischen Bildung, in der die Kultusministerkonferenz, der Verband kommunaler Arbeitgeber, die kommunalen Spitzenverbände, der Verband deutscher Musikschulen und die Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen mitwirken.
Prof. Lydia Grün, Präsidentin des Deutschen Musikrats, betont: „Die Ergebnisse der ‚MiKADO-Musik‘-Studie sind ein deutlicher Weckruf! Qualifizierte und motivierte Nachwuchskräfte in ausreichender Zahl sind die Basis für unser gesamtes Musikleben und der Schlüssel für die Zukunft des Musiklands Deutschland. Wir brauchen jetzt eine breite Allianz aus politischen Entscheidungsträger:innen und Ausbildungsinstitutionen. In gemeinsamer Anstrengung müssen wir die Rahmenbedingungen für Studium und Beruf im Künstlerisch-Pädagogischen Bereich nachhaltig verbessern. Die Zeit drängt.“
Prof. Christian Fischer, Vorsitzender der Rektorenkonferenz (RKM), ergänzt: „Mit der Studie liegen nun wesentliche, alarmierende Ergebnisse über den gravierenden Nachwuchsmangel in diesem Bereich vor. Die klaren Handlungsempfehlungen für die drei Phasen Studienvorbereitung, Studium und Berufspraxis wollen wir jetzt strukturiert und abgestimmt angehen. Für diese Grundlage sind wir den Initiator:innen und Autor:innen der Studie dankbar.“
Friedrich-Koh Dolge, Bundesvorsitzender des Verbands deutscher Musikschulen, bekräftigt: „Musikalische Bildung ist ein tragendes Fundament unserer Kultur. Die MiKADO-Musik-Studie zeigt, wie ernst die Lage ist und dass wir uns wieder stärker den Werten zuwenden müssen, die Musik für unsere Gesellschaft bereithält: Orientierung, Gemeinschaft und Menschlichkeit. Diese Haltung – verbunden mit verlässlichen Bedingungen für eine gesicherte Teilhabe für alle Kinder und Jugendlichen – ist entscheidend, wenn wir die Zukunft unserer Musikschulen und unseres Musiklebens sichern wollen.“
Die „MiKADO-Musik“-Studie entstand auf gemeinsame Initiative der „Arbeitsgemeinschaft der Leitenden pädagogischer Studiengänge“ (ALMS) und des „Ausschusses Künstlerisch-Pädagogische Studiengänge“ der Rektorenkonferenz der Musikhochschulen (RKM). Unter Mitwirkung zahlreicher Musikhochschulen und Studieninstitutionen sowie des Verbands deutscher Musikschulen (VdM) wurden in einem breit angelegten Crowd-Research-Projekt mit über 50 Forschungsgruppen Ursachen, Herausforderungen und Handlungsansätze untersucht.
Die Steuerungsgruppe der Studie besteht aus:
Prof. Dr. Katharina Bradler (Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden)
Prof. Dr. Michael Dartsch (Hochschule für Musik Saar)
Prof. Dr. Carmen Heß (Hochschule für Musik und Tanz Köln)
Prof. Dr. Wolfgang Lessing (Hochschule für Musik Freiburg)
Prof. Dr. Andrea Welte (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover)
Prof. Dr. Kerstin Weuthen (Robert Schumann Hochschule Düsseldorf)
Zu den beteiligten Institutionen:
Der Deutsche Musikrat engagiert sich für die Interessen von 16,9 Millionen musizierenden Menschen in Deutschland und ist weltweit der größte nationale Dachverband der Musikkultur. 2020 hat der Deutsche Musikrat gemeinsam mit der Konferenz der Landesmusikräte und der Bertelsmann Stiftung die Studie „Musikunterricht in der Grundschule – Aktuelle Situation und Perspektive“ veröffentlicht. 2024 veranstaltete der Deutsche Musikrat die Pressekonferenz zur Vorstellung der „MULEM-EX“-Studie.
Die „Arbeitsgemeinschaft der Leitenden pädagogischer Studiengänge“ (ALMS) ist ein Zusammenschluss von Verantwortlichen musikpädagogischer Hochschulprogramme im deutschsprachigen Raum. Seit den 1970er Jahren engagiert sich die ALMS für die Weiterentwicklung und Qualitätssicherung der Studienangebote für außerschulisch tätige Musikpädagog:innen. Mit ihren Stellungnahmen und Empfehlungen hat sie maßgebliche Impulse für die Gestaltung musikpädagogischer Curricula, Berufsfelder und Hochschulpolitik gesetzt.
Die Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen in der HRK (RKM) und deren Ausschuss Künstlerisch-Pädagogischer Studiengänge (KPS) ist der Zusammenschluss der 24 staatlichen Musikhochschulen in Deutschland. Die RKM vertritt national und international die Interessen der Musikhochschulen gegenüber Politik, Hochschulverbänden und Organisationen des Musiklebens und fördert den Erfahrungsaustausch untereinander in Fragen von Lehre, Forschung und Kunst.
Der Verband deutscher Musikschulen (VdM) ist mit seinen 16 Landesverbänden der kommunale Fach- und Trägerverband von rund 930 öffentlichen Musikschulen in Deutschland, in denen an bundesweit rund 21.000 Unterrichtsstätten über 1,5 Millionen Kinder, Jugendliche und Erwachsene von rund 37.000 Fachlehrkräften im gesamten Spektrum des Musizierens unterrichtet werden.